|

Die Zeit die Basenji Welpen bei ihrem Züchter verbringen ist am ganzen Hundeleben gemessen, mit 8 - 12 Wochen außerordentlich kurz und trotzdem die Wichtigste! Sie werden geprägt durch die Reaktionen der Mutter und der Erfahrung, die durch die Umwelt auf den Junghund einwirkt. Gute Welpenaufzucht basiert nicht nur darauf "es am besten mit den Welpen zu meinen" sondern auch auf konkreten Kenntnissen. Aber am meisten lernt man durch Erfahrung was dann auch wieder heißt "man lernt nie aus".
Hündin und Welpen müssen nach der Geburt überwacht werden, die meisten Hündinnen sind sehr gute Mütter. Dem Züchter dem das Wohlergehen seiner Welpen am Wichtigsten ist, wird seine Welpen regelmäßig wiegen und dies notieren.
Der Höhepunkt der Milchabgabe der Basenjimutter wird in der 3., 4. und 5. Woche erreicht. Danach sollten die Futterrationen der Mutter gekürzt werden, damit der Milchstrom zurückgeht. Die Entwöhnung der Welpen sollte spätestens Anfang der 5. Woche beginnen. Die Entwöhnung ist der Zeitpunkt wo man die Hündin langsam von der Anstrengung entlasten will, die durch den stetig wachsenden Appetit der Welpen entsteht.
Welches Welpenfutter? - Da werden Sie für sich das richtige herausfinden müssen. Sprechen Sie mit anderen Züchtern, die Futtermittelindustrie bietet reichlich Welpenfutter an.
Der Beginn der Wurmbekämpfung ist ein etwas umstrittenes Thema und sollte hier nicht näher beschrieben werden. Im B-V-L Dialog finden Sie dazu eine eigene Kategorie.
Die Entwicklung des Welpen läuft nicht gleichmäßig ab, sondern in ganz bestimmten Phasen. In jeder Phase kommt etwas Neues hinzu.
1. und 2. Woche - Die vegetative Phase
Den Entwicklungsabschnitt nach der Geburt nennt man vegetative Phase weil die Welpen, fast wie im Mutterleib, vollständig von der Mutter abhängig >vor sich hin vegetieren<. Welpen kommen blind, taub und zahnlos zur Welt. Die am besten entwickelten Sinne sind Wärmeempfinden und Tastsinn. Vor dem siebten bzw. zehnten Tag können Welpen ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren, darum reagieren sie äußerst empfindlich auf Kälte.
Afterkrallen, auch Wolfskrallen genannt, (die überzähligen Zehen an der Innenseite der Hinterfüßchen) finden wir beim Basenji nicht vor.
Der Tagesablauf der Welpen besteht aus Saugen und Schlafen. Kot und Urin können sie nur unter der leckenden Massage der Mutter lösen. Alle Ausscheidungen werden bis zur Zufütterung von der Hündin aufgeleckt. Mit ca. 14 Tagen sollten unbedingt die nadelspitzen Krallen an den Vorderpfoten zurückgeschnitten werden. Sie können sonst das Gesäuge der Mutter verletzen, was dann zu einer Infektion führen könnte.

Bei den rot-weißen Basenjiwelpen ist das rote Haarkleid zunächst wesentlich dunkler, als die Rotfärbung die man vom erwachsenen Basenji kennt. In der zweiten Woche lagern sich die ersten Pigmentstoffe im rosa Näschen ein. Auf dem rosa Näschen sind hellgraue Tupfen, die langsam nachdunkeln und in Anzahlausdehnung täglich zunehmen, bis der gesamte Nasenspiegel dunkel ist.
3. Woche - Übergangszeit
Mit ca. drei Wochen beginnen sie die Wurfkiste zu erkunden. Um den ca. 15. Tag herum öffnen Basenjiwelpen ihre Augen. Meistens ist erst eine schmale Spalte sichtbar, durch die blau, die glänzende Oberfläche schimmert. Die Welpen öffnen nicht alle am selben Tag ihre Augen und meistens nicht beide am gleichen Tag. Gleichzeitig wird auch der Gehörgang frei und die Kleinen fangen an, Geräusche wahrzunehmen. Seh- und Hörvermögen entwickeln sich langsam. Außerdem entwickelt sich die Richfähigkeit. Sie beginnen zu stehen und vorwärts zu robben und sie versuchen, sich vom Boden abzuheben. Die Welpen bepfoten und belecken sich gegenseitig und knabbern noch ungeschickt an ihren Wurfgeschwistern herum. Sie fangen nun auch an, sich ohne Massage der Mutter von selber zu lösen. Der neugeborene Basenji hat eine gerade Rute. Mit ca. 3 1/2 Wochen beginnt diese sich langsam aufzurichten und es dauert noch einige Wochen länger, bis sich die Ringelrute ergibt.
4. - 7. Woche - Prägungsphase
Anfang der vierten Woche fangen die Öhrchen an sich aufzurichten.

Ihre motorische Fähigkeit, ihr Hör-, und Geruchssinn und die dazu zugehörigen Gehirnfunktionen sind nun soweit ausgebildet, dass sich die Basenjiwelpen aktiv mit der Umwelt auseinandersetzen und anfangen das Lager zu verlassen. Die Basenjihundemama entfernt sich nun immer häufiger aus dem "Nest". Wir haben es nun schon mit richtigen kleinen "Persönlichkeiten" zu tun. Lernen Sie dies zu bewerten und handeln Sie dementsprechend. Bei den Welpen brechen um den ca. 24. Tag die ersten Michzähnchen durch. Wildhündinnen beginnen zu dieser Zeit vorgekautes und vorverdautes Futter ins Lager zu tragen und dort den Welpen vorzubrechen. Wenn Ihre Basenji-Hündin das macht, sollten Sie sie nicht daran hindern.
Aus dem langsamen wackeligen Schreiten wird ein recht sicherer Gang. Die Entdeckungsreisen vom Lager aus werden von Tag zu Tag größer. Man kann schon langsam erkennen welcher Welpe mehr Sicherheit zeigt oder weniger. Versuchen Sie, die Temperamentsunterschiede zu beurteilen. Die Welpen müssen psychisch immer neu angeregt werden. Im Gegensatz zu manch anderen Rassen findet er sich mit neuen Situationen und Reizen schnell gut zurecht. Bereits in diesem Alter sind Basenjiwelpen aufgeschlossene und neugierige kleine Wesen. Auch fangen sie an, ihre rassetypische Körpersprache einzusetzen.

Das eigentliche Welpenlager bleibt jetzt immer sauberer, die Kleinen beginnen ihre Geschäfte immer weiter von ihrer Schlafstelle entfernt abzusetzen. Die Zeit zwischen der 4. bis 7. Woche wird deshalb Prägungsphase genannt, weil in dieser Zeit der Welpe sich intensiv seiner Umwelt zuwendet. Alles was er erfährt, hinterläßt einen tiefen Eindruck auf ihn. Es prägt sich ihm ein. Die Bereitschaft sich auf die Umwelt einzulassen, ist bei Basenjiwelpen recht ausgeprägt.
Abschließend sei erwähnt, so intensiv das Spiel der Welpen erscheint, so schnell und intensiv ermüden sie auch.
8. - 11. Woche - Sozialisierungsphase
Eine mittlerweile strenge Hierarchie in der Meute schafft Ordnung. Auch werden unter den Kleinen Ringkämpfe ausgetragen. Wenn sie nicht schlafen oder fressen, sind die Kleinen sozusagen immer in ein Spiel verwickelt. Neben der körperlichen Ertüchtigung, dem Training von Muskulatur, Gelenken und nervlicher Reaktionsfähigkeit, dienen alle Spiele auch dazu, dass der einzelne Welpe sich innerhalb des Rudels einschätzen lernt.
Sie können zwischen Bekannten und fremden Personen unterscheiden. Auf vertraute Gesichter laufen sie zu und begrüßen sie stürmisch.
Nun bedarf es schon einigem Erfindungsreichtum den Kleinen neue Eindrücke altersgerecht zu vermitteln.

Der Welpe muss sich meist nach der 8. Woche nun im Schutz seines Begleiters - meist der Welpenkäufer - mit seiner weiteren Umwelt vertraut machen.
© B-V-L Team

|