Anja 10. August 2010
Besuch auf der Eberhard Trumler Station in Wolfswinkel am 24.07.10
Auf einer meiner „Reisen“ entdeckte ich vor kurzem die Internetpräsenz der Gesellschaft für Haustierforschung e. V. / Eberhard Trumer-Station Wolfswinkel. Interessiert las ich die Seite und voller Überraschung stellte ich fest, dass die Station nur eine gute Std. Autofahrt von uns entfernt liegt.
Nachdem ich also mit Frau Trumler einen Termin zur „Führung“ durch die Gehege vereinbart hatte, führen wir schließhin. Frau Trumler bat uns, unsere Basenjis mitzubringen, da sie und ihr Mann vor einigen Jahrzehnten auch einmal einen Basenji-Rüden hatten.
Als wir ankamen und vor einem großen Eisentor standen – lag auf einer Anhöhe, in der Sonne „Morrow“ – ein Steppendingo. Er beäugte uns erhaben aus der Entfernung, gleich wie es unsere Basenjis auch tun. Wir waren natürlich schon da, völlig aus dem Häuschen – „Schau nur, ein Dingo, ein echter Dingo“. Irgendwann kam dann Frau Trumler die Auffahrt herunter, mit ihr noch einige andere Hunde und auch eine kleine Dingohündin, deren Namen ich zu meiner Schande vergessen habe. Sie ist behindert und hat ein Geburtstrauma. Das tat uns leid zu sehen. Unsere Hunde waren bis dahin noch im Auto – so dass wir uns erst einmal gründlich beriechen lassen konnten. Anfassen ließen sich die Zwei allerdings nicht, sie waren neugierig, rochen an uns aber dann hielten sie einen gewissen „Sicherheitsabstand“ ein. Nachdem dann die „Hofhunde“ kurz ins Haus mussten, kamen dann unsere aus dem Auto heraus. Frau Trumler freute sich sehr. Skudo, Paloma und Sky bekamen dann für die Zeit unserer Anwesenheit ein „eigenes“ Gehege. Das fanden sie aber gar nicht toll. Interessant wurde es erst wieder, als Morrow zu den Drein, zur Gehegetür ging und sie sich beschnüffelten. Keiner hatte eine Bürste, kein Knurren, kein nichts – es war ein irrer Augenblick. Dann war alles ok.
Unsere Tour konnte starten. Zuerst ging es zu den Bergdingos – insg. 4 an der Zahl – eine Hündin war direkt verschwunden als wir ankamen, ein jüngerer Rüde, war sehr neugierig, traute sich aber hinterher nur 1x an uns zu riechen. Die alte Hündin und der alte Rüde hingegen waren sehr zutraulich, sie wurden von Menschenhand aufgezogen. Sie suchten die Nähe, leckten immer wieder an den Händen oder wie in meinem Fall am Ohr, da sie sich auf einem Podest befanden. Es war schon ein seltsames Gefühl, aber auch schön. Angefühlt haben sie herrlich – so schöne fleischige, weiche Ohren. Der Rest des Felles, war sehr dicht und lang – ähnlich einem Schäferhund. Bergdingos sind groß, kein Vergleich zu unseren Basenjis, viel massiver. Sie haben auch eine herabhängende Rute, die sie wenn, sichelförmig aufstellen können, es aber seltens tun.
Dann ging es weiter zu der Gruppe Steppendingos, das waren einige mehr. Sie faulenzten in der Sonne und sie freuten sich über den Besuch. Auch hier wurden wir wieder direkt neugierig beschnüffelt. Ihr Fell ist kurz und dratig aber irgendwie weich. Wirklich streicheln ließ sich keiner, aber im Vorbeilaufen habe ich einen kurz anfassen können. Wir waren noch nicht ganz im Gehege als sich 2 Rüden in die Wolle bekamen – es war wie bei den Basenjis – es war laut und das ganze Rudel sah sich dazu berufen, nun als Schaulustige anzufeuern und die Situation noch ein bisschen anzuheizen – krass, wenn man da mitten drin steht. Haben uns nicht gewagt uns zu bewegen. Genauso schnell, wie sie sich aber aufgestachelt hatten, nahmen alle wieder in Sonnenplätzchen ein und genossen die Sonne. Zuerst putzte sich einer dann alle zusammen und dann jeder jeden. Steppendingos sind um einiges kleiner und zarter als Bergdingos. Ihr Kopf ähnelt mehr einem Basenji und sie sind temperamentvoller, aktiver. Viele Verhaltensweisen, die sie zeigten, zeigt auch der Basenji. Es ist super interessant. Ungewohnt, jedenfalls für uns, war die Art der Fütterung. In einem Gehege, allerdings nicht bei den Dingos als wir da waren, lag eine ganze, natürlich tote Ziege – über welche sich die Hunde – es waren eine Art Windhunde, hermachten. Auf der Station gibt es noch andere Hunde, aber diese fanden wir jetzt nicht so interessant wie die Dingos. Es lohnt sich wirklich einmal dort hin zu fahren – vor allem, wenn man mehr über die Ursprünglichkeit des Hundes erfahren möchte. Wie ist eigentlich ein Hund „normal“!? Dort kann man es hautnah erleben. Ich empfehle es wirklich jedem, der einen Hund bei sich zu Hause hat, denn das zu sehen, wie Hunde so gut wie „wild“ leben und was „normales“ Verhalten ist, wird den ein oder anderen erschrecken.
Super interessant und lehrreich! Der Basenji ist so nah am ursprünglichen Hund, es ist Wahnsinn.
Nicole Bräuer








