admin 12. Juni 2010
Dieser Artikel war eigentlich für die Buschtrommel bestimmt. Unser Anliegen war, alle Leser über unseren tollen Hund zu informieren und über die unglaublich gute Vorarbeit, die seine Züchterin geleistet hatte, damit der sich exakt so gut in unsere Familie integrieren konnte wie er es getan hat. Dann kam die Ausgabe 1/10 der Buschtrommel und schon das Impressum (”Ausblicke”) – ganz zu schweigen vom weiteren Inhalt – führte dazu, dass wir uns eine Zusammenarbeit mit der aktuellen Redaktion bzw. dem dahinterstehenden Vereinsapparat beim besten Willen nicht mehr vorstellen wollen. Wir haben unseren Artikel zurückgezogen. Eine Resonanz auf diesen Rückzug haben wir vom Verein nicht bekommen.
Der Artikel wurde für die VIP-Lounge nicht zusätzlich verändert. Viel Freude beim Lesen.
Der Dritte im Bunde…
Ende letzten Jahres (das war 2009) kam bei uns zum ersten Mal ernsthaft der Gedanke auf, unser Basenji-Rudel – bestehend aus Arlit Wrinkles Eco, 16 Jahre alt, und African Magic Moments Arusha, 8 Jahre alt – noch einmal zu verstärken. Mit 16 Hundejahren lebt man nicht mehr endlos lange und nicht nur für uns Menschen wäre der Zustand mit nur einem einzigen Basenji schrecklich, auch Arusha findet das Leben mit Artgenossen nun mal einfach super.
Wir haben aber noch nie mit Welpen zu tun gehabt, alle unsere Lieblinge sind – warum eigentlich? – erst im Erwachsenenalter zu uns gekommen. Wieder ein erwachsener Hund? Nein, für Eco http://www.godot64.de/dettke/eco.htm wäre ein erwachsener Basenji-Rüde bei seinem Alter (und auch sowieso) zuviel Stress. Und ein Weibchen? Nein, Arusha ist mit Weibchen ziemlich zickig. Hin und her überlegten und diskutierten wir. Schließlich führten unsere Überlegungen zu dem Ergebnis: Diesmal sollte es ein Welpe sein, und zwar ein kleiner Rüde. Der käme Eco nicht in die Quere, Arusha auch nicht und er würde gleichzeitig auch noch von seinesgleichen erzogen. Na ja, und wenn es denn ein Welpe sein sollte, dann aber auch einer nach unseren Vorstellungen. Ein schwarz-weißer Basenji, wie unsere selige Cleo es war. http://www.godot64.de/dettke/cleo.htm
Wo kriegt man das raus? Unser erster Blick ging auf die Homepage des Basenji Clubs Deutschland, Abteilung „Wurfplanungen“, schließlich sind wir im Club zahlende Mitglieder, da würde uns schon geholfen werden. Bald wussten wir den Zwinger: Obangi Kashore von Judy Ziegenhirt-Volmert aus Vettweiß bei Nörvenich. Sie plante einen Wurf mit ihrer rotweißen Hündin Adanna (African Rainbow’s Adanna Ada) http://www.obangi-kashore.de/Adanna1.html und dem schwarzweißen (Old-Legend’s-) Rüden von Petra Vogler, Aragorn Shadows of the Congo http://www.oldlegends.de/page43.html. Wir nahmen sofort telefonisch mit Judy Kontakt auf und fragten an. Ja, na klar. Und: ob ein dritter Hund für Eco zumutbar wäre. Alle waren übereinstimmend der Meinung, es müsste klappen.
Irgendwann hieß es dann: Adanna ist trächtig, dem D-Wurf steht nichts mehr im Wege! Und unsere Vorfreude war riesengroß! Jetzt fieberten wir dem Tag entgegen, an dem Adanna ihre Welpen bekommen sollte. Einiges war jetzt zu regeln, vor allen Dingen musste unser Haus mit dem offenen Treppenhaus von oben bis unten welpensicher gemacht werden (Babytüren, Schilfzäune entlang den Gittern). Immer wieder bekamen wir auch gute Tipps von Judy. Über Judys Homepage blieben wir hautnah über den Fortschritt von Adannas Schwangerschaft informiert.
Sieben kleine Silvesterraketen!
Dann war es soweit: Am 31. Dezember 2009 wurde unser kleiner d’Argo als der letzte von sieben (!) Welpen geboren. Unser Wunsch-Basenji.
Wie viel Arbeit müssen die sieben Welpen nicht nur ihrer Hundemama, sondern auch ihrer Menschenmama gemacht haben! Kräftezehrende acht Wochen lang (jetzt, nach vier Wochen mit dem kleinen Racker bei uns zu Haus, können wir uns gut vorstellen wie kräftezehrend!) erfreute Judy uns und alle Interessierten täglich mit neuen Fotos, Videos und Beschreibungen der sieben Kleinen (sechs s/w, einer r/w).
Erst war geplant, d’Argo nach vier Wochen bei Judy in der Eifel zu besuchen, doch das klirrende Winterwetter 2009/2010 machte uns einen Strich durch die Rechnung (immer wieder, auch an den folgenden Wochenenden). Also blieb nichts übrig, als weiter die Homepage (und die umwerfenden kleinen Videos dort) anzugucken und dem Termin entgegenzufiebern, an dem d’Argo bei uns einziehen sollte.
Ein edler Trupp! Der dritte von links ist d’Argo. Acht Wochen alt.
Am 28. Februar. Es war soweit. Abholen. Sonntag. Drei Stunden Fahrt. Ankunft. Gucken und – nä, wie süß! Wie schade, dass alle (schon lange) vergeben waren!
Eigentlich wollten wir ja so schnell wie möglich mit ihm nach Haus zurückfahren, aber es war dann doch ein so interessanter Tag in Vettweiß, dass wir viel länger blieben als geplant. Wir hatten ja auch jede Menge Fragen und freuten uns über all die guten Tipps von Judy. Wir waren sehr beeindruckt, wie prima der Tagesablauf mit den Kleinen klappte und wie gut sie sie auf ihr Leben „nach der Mama“ vorbereitet hatte.
Der 28. Februar war der Tag mit dem großen Sturm. Die Heimfahrt mit unserem kleinen Welpen war schrecklich: der Sturm richtete genau auf unserer Strecke (A1/A2) soviel Schaden an, dass aus den geplanten 3½ Stunden Fahrtzeit insgesamt sechs wurden. Wunderbarerweise schlief d’Argo fast die ganze Zeit.
Um 10 Uhr abends kamen wir dann in Minden an. Jetzt wurde es erst mal richtig spannend. Was würden Arusha und Eco zu d’Argo sagen? Natürlich hatten wir vorher Welpenbücher gewälzt und überlegt, wie wir das Rudel zum ersten Mal zusammenführen sollten. Jetzt jedoch entschieden wir uns spontan dafür, einfach gleich mit dem neuen Familienmitglied ins Haus zu marschieren.
Eco war nicht wirklich beeindruckt, und Arusha stellte wie immer, wenn sie aufgeregt ist, eine Riesenbürste auf. Aber sie wurde nicht böse. Unser Kleiner war sichtlich erfreut, wieder Basenji-Gesellschaft zu bekommen und suchte gleich engen Kontakt zu Arusha. Nach drei Stunden Kennenlern-Phase gingen wir dann alle erst mal schlafen. Glücklich überstanden!
Drei Wochen Urlaub hatte ich mir für den kleinen Mann genommen. Judy hatte uns gesagt, er muss gleich im Alltag leben. Und das haben wir auch versucht. Gleich am nächsten Morgen lernte er (neben mir und meinem Mann) eine dritte Person kennen, die sehr wichtig für ihn sein würde: Oma (meine Mutter), die natürlich gleich von ihm hin- und hergerissen war. Begeistert war sie natürlich auch, als sie hörte, dass er – laut Judy – bereits zu 90% stubenrein sei. Und das stimmte auch. Wenn d’Argo mal muss, geht er sogleich zur Terrassentür und dann ab in den Garten. Das war vom ersten Tag an so.
Zehn Wochen. Nichts ist sicher im Garten.
In der ersten Woche haben wir mit ihm noch keine gemeinsamen Spaziergänge unternommen. Nur mal zum Pillern ab in den Garten. Während einer die beiden Alten zum Gang mitnahm, bekam d’Argo zum Gewöhnen an das Halsband ebenfalls sein Minihalsband um und dann hieß es Spielen mit dem anderen, Herrchen oder Frauchen. Irgendwie hat sich dieser schlaue kleine Kerl die wichtigen Signalworte „Halsband um“ (das heißt bei uns: „Jetzt geht’s auf zum Spazieren!“) sofort gemerkt. Nach einer Woche war er soweit, statt zuhause zu bleiben und nur zu spielen viel besser mitzugehen und Neues kennenzulernen. Inzwischen macht er die ganz normalen Spaziergänge im Rudel mit und kommt zwischendurch immer mal wieder kurz auf den Arm (je nach Entfernung von zuhause). Findet er einfach super.
Klettern und Balancieren auf Mauern findet er toll, zu meinem Leidwesen auch bei uns im Haus, zum Beispiel in der Küche. Essen auf den Tisch stellen und weggehen oder auch für längere Zeit mal wegsehen, das geht noch gar nicht. Da müssen wir aufpassen. Auf den Tisch springen muss halt verboten sein. Aber da ist er im Augenblick – der kindliche Überschwang! – noch etwas begriffsstutzig.
Spielkamerad zum Wohlfühlen: Arusha
Überhaupt: Spielen. Nachdem der zweite Tag mit Arusha und ihm für unser Basenji-Mädchen (und mich) ziemlich stressig war (von Null auf Hundert…) und meine Mutter schon meinte, die beiden dürften um Gottes Willen nicht allein zusammen bleiben, waren sie am dritten Tag bereits ein Herz und eine Seele. Seit dieser Zeit spielen sie wunderbar zusammen, knuspern begeistert aneinander herum oder rennen durchs Erdgeschoss oder durch den Garten. Hat Arusha die Nase voll und braucht fünf Minuten ihre Ruhe, macht sie ihm das schon begreiflich. Aber oft lässt sie sich durch seine Überredungskünste schnell breitschlagen, wenn er sie nämlich total überzeugend voller Inbrunst anjodelt: „Na, komm schon! Nicht schlapp machen!“ Hat er das bei Loriot gelernt? Klingt fast so! Die beiden sind jedenfalls so sehr miteinander beschäftigt, dass Eco kaum von d’Argo gestört wird. Ideal.
Spielkamerad zum Toben: Lucky
Einen kleinen Freund hat er auch zum Spielen, einen mittlerweile fünf Monate alten Cairn-Terrier. Lucky wohnt nur ein paar Häuser von uns entfernt und die beiden freuen sich riesig, wenn sie im Garten zusammen spielen können. Dann geht wirklich die Post bei uns ab. Anfangs war d’Argo ihm noch ziemlich unterlegen, aber mittlerweile ist er bereits schneller als Lucky. Wendiger sowieso.
Ach, das Fressen: In einem atemberaubenden Tempo wird alles weggeputzt. Er denkt anscheinend immer noch, dass dann seine sechs kleinen Geschwister kommen und er sich deshalb sehr beeilen muss. Nicht genug damit, sobald er fertig ist, rennt er zu Ecos und Arushas Näpfen und versucht dort auch noch etwas abzubekommen. Besonders Eco ist davon ziemlich irritiert und lässt ihn einfach gewähren… Aber wir Großen machen ihm einen sauberen Strich durch die Rechnung, er lernt das schon noch. Oder nicht?
Vier Wochen um. So sieht nun also das Zusammenleben mit unserem Dritten im Bunde aus: Es ist einfach herrlich, für alle Seiten!

Alle drei: Arusha, d’Argo und Eco “Kauen tu ich am liebsten!”
Bildernachweis: Bildeigentümer und Bildunterschriften
Bild1: Judy Ziegenhirt-Volmert, Bild2: Judy Ziegenhirt-Volmert, Bild3: Arndt Dettke, Bild4: Arndt Dettke, Bild5: Arndt Dettke, Bild6: Arndt Dettke, Bild7: Arndt Dettke,
Abschließend möchten wir noch darauf hinweisen, dass der Zeitraum, der im Artikel beschrieben wird, nun auch schon wieder fast ein Vierteljahr
zurückliegt. D’Argo sieht inzwischen so aus:
http://www.flickr.com/photos/vipula/sets/72157624120609614/
Annegrit und Arndt Dettke aus Minden